Außen goldbraun und knusprig, innen saftig und würzig: Ein Kimchi-Pancake bringt koreanisches Streetfood mit erstaunlich wenigen Zutaten auf den Teller. Ich zeige, welches Kimchi sich eignet, wie der Teig gelingt, warum die richtige Ölmenge entscheidend ist und welche Varianten sich für eine Vorspeise oder einen schnellen Snack anbieten.
So gelingt der koreanische Kimchijeon besonders zuverlässig
- Dünner Teig sorgt für knusprige Ränder statt einer schweren, dicken Mitte.
- Am besten eignet sich reifes, säuerliches Kimchi mit etwas Kimchi-Saft.
- Für zwei große Plätzchen reichen etwa 200 g Kimchi und 120 g Mehl.
- Die Pfanne muss gut heiß sein, bevor der Teig hineinkommt.
- Mit Sojasauce, Reisessig und Sesamöl entsteht ein passender Dip in zwei Minuten.

Was Kimchijeon so besonders macht
Kimchijeon, auch Kimchi-Buchimgae genannt, ist ein herzhafter koreanischer Pfannkuchen mit gehacktem Kimchi. Er wird als Vorspeise, Beilage oder Snack serviert und passt besonders gut auf eine gesellige Tafel. In Korea gehört er außerdem zu den typischen Gerichten, die gern zu Makgeolli oder Bier gegessen werden.
Der Reiz liegt im Kontrast. Das fermentierte Gemüse bringt Säure, Schärfe und Umami, während der gebratene Teig mildert und für Röstaromen sorgt. Ich mag das Gericht gerade deshalb, weil es nicht nach einer langen Zutatenliste schmeckt, sondern nach guter Hitze, ordentlich Öl und aromatischem Kimchi.
Mit einem klassischen deutschen Eierkuchen hat die Speise wenig gemeinsam. Der Teig wird nicht fluffig gebacken, sondern möglichst dünn in der Pfanne verteilt. Entscheidend ist eine knusprige Oberfläche mit weicher, saftiger Mitte.
Die richtigen Zutaten für zwei große Pfannkuchen
Die Grundmischung lässt sich unkompliziert an deutsche Supermärkte anpassen. Koreanisches Buchim-Garu, also spezielles Pfannkuchenmehl, liefert eine besonders typische Textur. Normales Weizenmehl funktioniert aber ebenfalls, wenn du etwas Stärke ergänzt.
| Zutat | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| Kimchi | 200 g | gut abgetropft, grob gehackt |
| Weizenmehl | 100 g | Type 405 oder 550 |
| Kartoffel- oder Speisestärke | 20 g | macht die Ränder krosser |
| Kimchi-Saft und kaltes Wasser | insgesamt 180 ml | je nach Kimchi unterschiedlich dosieren |
| Frühlingszwiebeln | 2 Stück | in feinen Ringen |
| Öl | 4 bis 6 EL | neutrales Öl mit hohem Rauchpunkt |
Salz brauchst du meist nur vorsichtig. Kimchi und Kimchi-Saft sind bereits kräftig gewürzt. Ist das Gemüse noch sehr mild, kannst du 1 TL Gochujang oder eine kleine Prise Chiliflocken ergänzen. Für eine vegane Version prüfst du lediglich, ob das Kimchi ohne Fischsauce und Garnelenpaste fermentiert wurde.
So wird der Teig dünn und die Kruste goldbraun
Den Teig nur kurz mischen
Schneide das Kimchi in mundgerechte Stücke, damit sich der Pfannkuchen später problemlos teilen lässt. Verrühre Mehl, Stärke, Kimchi-Saft und kaltes Wasser nur so lange, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Ein übermäßig glatt gerührter Teig wird schnell zäh, deshalb darf er leicht unregelmäßig bleiben.
Die Konsistenz sollte dünner sein als bei deutschem Pancake-Teig, ungefähr wie bei flüssigem Joghurt. Gib Kimchi und Frühlingszwiebeln erst danach hinein. Eine Ruhezeit ist nicht nötig, was das Gericht zu einem praktischen 15-Minuten-Snack macht.
In der Pfanne zählt die Temperatur
- Erhitze eine beschichtete oder gusseiserne Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze.
- Gib 2 bis 3 EL Öl hinein und verteile den Teig sofort dünn.
- Drücke das Kimchi mit dem Pfannenwender leicht in die Masse.
- Brate den Pfannkuchen etwa 3 bis 4 Minuten, bis die Unterseite kräftig gebräunt ist.
- Wende ihn vorsichtig und brate die zweite Seite weitere 2 bis 3 Minuten.
Ein guter Test ist das Geräusch. Sobald der Teig beim Kontakt mit dem Öl deutlich zischt, stimmt die Temperatur. Wird die Oberfläche schon dunkel, während die Mitte noch flüssig ist, reduziere die Hitze leicht. Ich gebe am Rand gern einen zusätzlichen Teelöffel Öl entlang, denn genau dort entsteht die knusprigste Kruste.
Für mehrere Portionen solltest du die Pfannkuchen nicht übereinander stapeln. Lege sie auf ein Gitter oder einen Teller und serviere sie möglichst sofort. Im Backofen bei 100 °C Ober-/Unterhitze bleiben sie kurz warm, verlieren aber nach und nach an Knusprigkeit.
Kimchi auswählen und sinnvolle Varianten ausprobieren
Nicht jedes Kimchi schmeckt im Pfannkuchen gleich gut. Sehr frisches Kimchi kann knackig und scharf sein, bringt aber oft weniger Säure mit. Für diese Zubereitung bevorzuge ich gut fermentiertes Kimchi, weil es beim Braten aromatischer wird und dem Teig mehr Tiefe gibt.
| Variante | Was hineinkommt | Wann sie besonders passt |
|---|---|---|
| Klassisch | Kimchi, Frühlingszwiebeln, einfacher Teig | Als Vorspeise oder Beilage |
| Mit Meeresfrüchten | Kleine Garnelen oder Tintenfischstücke | Für ein kräftigeres Hauptgericht |
| Mit Schweinefleisch | Fein geschnittener Bauchspeck oder Hackfleisch | Wenn mehr Sättigung gewünscht ist |
| Vegan | Fischfreies Kimchi und Gemüsebrühe statt Wasser | Für ein pflanzliches Streetfood-Menü |
| Mit Käse | Etwas Mozzarella oder milder Gouda | Als moderne, milde Fusion-Variante |
Die Käseversion ist beliebt, aber sie verändert den Charakter deutlich. Der Käse macht den Pfannkuchen weicher und schwerer, während die klassische Version die Säure des Kimchi klarer zeigt. Für Gäste, die koreanische Aromen erst kennenlernen, ist Käse trotzdem ein guter Einstieg.
Typische Fehler und schnelle Lösungen
Der Pfannkuchen wird weich
Meist liegt das an zu viel Teig oder zu wenig Öl. Verteile die Masse lieber auf zwei dünne Pfannkuchen, anstatt einen dicken zu backen. Auch sehr nasses Kimchi kann die Kruste bremsen, deshalb solltest du überschüssige Flüssigkeit leicht ausdrücken und nur einen Teil davon für den Teig verwenden.
Die Mitte bleibt roh
Eine zu hohe Temperatur bräunt die Außenseite, bevor die Mitte fest wird. Stelle die Hitze nach dem ersten kräftigen Anbraten auf mittlere Stufe und verteile den Teig mit kreisenden Bewegungen. Ein Durchmesser von etwa 18 bis 20 cm ist ein guter Kompromiss zwischen knusprigem Rand und stabiler Mitte.
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Der Geschmack ist zu salzig oder zu scharf
Verdünne den Teig mit etwas Wasser und ergänze Frühlingszwiebeln oder fein geschnittene Zucchini. Serviere dazu einen Dip ohne zusätzliche Sojasauce, etwa aus Reisessig, etwas Zucker und geröstetem Sesam. Bei sehr scharfem Kimchi hilft ein Klecks Mayonnaise oder Joghurt auf dem Teller, auch wenn das nicht zur traditionellen Variante gehört.
Der passende Dip macht aus dem Snack eine Vorspeise
Für eine einfache Sauce verrühre ich 2 EL Sojasauce, 1 EL Reisessig, 1 TL Sesamöl und etwas geriebenen Ingwer. Wer es schärfer mag, gibt Chiliflocken dazu. Der säuerliche Dip schneidet durch das Öl und hebt die fermentierte Note des Kimchi hervor.
Schneide den Pfannkuchen mit einem Pizzaschneider oder einem scharfen Messer in kleine Rauten. So lässt er sich mit Stäbchen oder kleinen Gabeln essen und eignet sich ideal für ein koreanisch inspiriertes Buffet mit Gurkensalat, Edamame und eingelegtem Rettich.
Als Hauptgericht reichen zwei große Stücke pro Person, besonders mit einem kleinen Salat oder Reis. Für eine Vorspeise plane ich eher einen Pfannkuchen für drei bis vier Personen. Das Gericht schmeckt frisch aus der Pfanne am besten und sollte nicht lange auf dem Tisch stehen.
Der wichtigste Kniff für Kimchijeon mit Biss
Wenn du nur eine Sache beherzigst, dann halte den Teig dünn und die Pfanne heiß. Reifes Kimchi, kaltes Wasser und ausreichend Öl bringen bereits fast den gesamten Geschmack. So wird aus einfachen Vorräten ein würziger koreanischer Snack, der als Vorspeise ebenso überzeugt wie als unkompliziertes Abendessen.
