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Mì Quảng selber machen - Vietnamesische Nudeln mit Garnelen

Liesel Schilling 22. Juli 2026
Mi Quang: Nudeln mit Garnelen, Karotten, Ei und Frühlingszwiebeln auf einem Teller.

Inhaltsverzeichnis

Eine Schüssel mit gelben Reisnudeln, kräftiger Brühe, Garnelen, Kräutern und knackigen Erdnüssen wirkt auf den ersten Blick wie eine vietnamesische Suppe. Tatsächlich ist Mi Quang deutlich trockener und konzentrierter als Pho. Ich zeige, woher das Gericht stammt, was es ausmacht und wie es mit Zutaten aus deutschen Asia-Läden überzeugend gelingt.

Die wichtigsten Merkmale dieser vietnamesischen Nudelspezialität

  • Quang Nam in Zentralvietnam gilt als Heimat des Gerichts.
  • Verwendet werden breite Reisnudeln, oft gelb gefärbt durch Kurkuma oder Annatto.
  • Die Brühe wird nur sparsam eingesetzt und dient eher als kräftige Sauce.
  • Klassische Beilagen sind Garnelen, Schweinefleisch, Kräuter, Erdnüsse und knusprige Reiskräcker.
  • Für zwei Portionen dauert die Zubereitung etwa 35 bis 45 Minuten.

Mi Quang Nudeln mit Garnelen, Erbsen und Paprika in cremiger Sauce, garniert mit Koriander und Sesam.

Was Mì Quảng von anderen Nudelsuppen unterscheidet

Die Spezialität stammt aus der vietnamesischen Provinz Quảng Nam rund um Hội An und Đà Nẵng. Ihr Name bedeutet sinngemäß „Nudeln aus Quảng“. In Zentralvietnam gehört sie zum Alltag und wird sowohl an einfachen Straßenständen als auch in Restaurants serviert.

Der wichtigste Unterschied zu Pho liegt in der Menge der Flüssigkeit. Eine Portion enthält meist nur 100 bis 150 Milliliter konzentrierte Brühe, gerade genug, um die Nudeln zu überziehen. Wer den Teller mit Brühe auffüllt, erhält zwar ein warmes Nudelgericht, aber nicht mehr den typischen Charakter dieser Spezialität.

Die breiten Reisnudeln erinnern optisch an flache Bandnudeln. Sie sind weich, aber etwas elastischer als herkömmliche Reisnudeln. Die gelbe Farbe kommt je nach Rezept von Kurkuma, Annatto-Öl oder bereits gefärbten frischen Nudeln. Der Geschmack soll dabei nicht nach Curry schmecken, sondern herzhaft, nussig, frisch und leicht erdig wirken.

Diese Zutaten bringen den typischen Geschmack auf den Teller

Traditionell wird das Gericht mit Schweinefleisch und Garnelen gekocht. Ebenso verbreitet sind Varianten mit Huhn, Fisch, Frosch oder ausschließlich Gemüse. Entscheidend ist weniger ein einzelner Belag als das Zusammenspiel aus breiten Nudeln, konzentrierter Würze, frischen Kräutern und knusprigen Komponenten.

Zutat Aufgabe im Gericht Praktische Lösung in Deutschland
Breite Reisnudeln Weiche, leicht elastische Grundlage Flache Reisbandnudeln mit etwa 5 bis 10 Millimetern Breite
Garnelen und Schweinefleisch Herzhafte, leicht süßliche Tiefe Geschälte Garnelen und dünn geschnittene Schweineschulter oder Schweinebauch
Fischsauce Salzige Würze und Umami Eine vietnamesische oder thailändische Fischsauce aus dem Asia-Laden
Kurkuma oder Annatto Goldene Farbe und warme Würze Gemahlene Kurkuma ist leichter erhältlich; sparsam dosieren
Erdnüsse und Sesam-Reiskräcker Knuspriger Kontrast Geröstete Erdnüsse und Bánh tráng mè, alternativ dünne Sesam-Reiswaffeln
Kräuter, Limette und Chili Frische, Säure und Schärfe Koriander, Minze, Thai-Basilikum, Frühlingszwiebeln und Limette

Bei den Kräutern würde ich nicht krampfhaft nach jeder originalen Sorte suchen. Koriander, Minze und Thai-Basilikum liefern bereits die gewünschte Frische. Wer Koriander nicht mag, kann mit Thai-Basilikum und Frühlingszwiebeln arbeiten, ohne dass die Schüssel langweilig wird.

Die Reiskräcker sind mehr als Dekoration. Zerbricht man sie kurz vor dem Essen über den Nudeln, entsteht ein spannender Wechsel zwischen weich, saftig und knusprig. Genau dieser Kontrast macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.

So gelingt die Zubereitung im Wok

Für zwei großzügige Portionen rechne ich mit 250 Gramm breiten Reisnudeln, 150 Gramm Schweinefleisch und 150 Gramm Garnelen. Dazu kommen etwa 500 Milliliter Hühner- oder Gemüsebrühe, zwei Esslöffel Fischsauce, zwei Knoblauchzehen, zwei Schalotten, ein Teelöffel Kurkuma, etwas Öl sowie Kräuter, Erdnüsse, Limette und Chili zum Servieren.

Die Würzbasis aufbauen

Schalotten und Knoblauch werden fein gehackt und in einem heißen Wok oder einer tiefen Pfanne in etwas Öl glasig gebraten. Kurkuma kommt nur kurz dazu, damit es sein Aroma an das Öl abgibt und nicht bitter wird. Anschließend brate ich das dünn geschnittene Fleisch bei hoher Hitze an, bis es an den Rändern Farbe bekommt.

Nun lösche ich mit der Brühe ab und würze mit Fischsauce, etwas schwarzem Pfeffer und bei Bedarf einer kleinen Prise Zucker. Die Flüssigkeit sollte kräftig und leicht salzig schmecken, denn die neutralen Nudeln und die frischen Beilagen verdünnen den Eindruck später.

Garnelen und Nudeln richtig behandeln

Die Garnelen kommen erst in den letzten drei bis vier Minuten in die Brühe. Sobald sie rosa und gerade eben fest sind, nehme ich den Wok vom Herd. Zu lange gegarte Garnelen werden schnell trocken und verlieren ihren süßlichen Geschmack.

Die Nudeln gare ich separat nach Packungsangabe, meistens etwa fünf bis sieben Minuten. Danach werden sie abgegossen und kurz mit warmem Wasser gelockert. Ein kleiner Tropfen Öl verhindert das Verkleben, doch zu viel Öl erschwert später, dass die Brühe an den Nudeln haftet.

Die Schüssel zusammensetzen

  1. Die warmen Reisnudeln auf zwei Schüsseln verteilen.
  2. Fleisch und Garnelen darauflegen.
  3. Je Portion nur etwa 100 bis 150 Milliliter der konzentrierten Brühe angießen.
  4. Kräuter, Frühlingszwiebeln, Erdnüsse und Chili darübergeben.
  5. Mit Limettensaft abschmecken und den Sesam-Reiskräcker kurz vor dem Essen zerbrechen.

Ich rühre die Zutaten erst am Tisch gründlich durch. So verteilt sich die Würze, ohne dass die Kräuter vorher schlapp werden. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn am Boden etwas Brühe bleibt, die Nudeln aber nicht vollständig darin schwimmen.

Welche Varianten sich wirklich lohnen

Die klassische Kombination aus Schweinefleisch und Garnelen ist aromatisch und ausgewogen, aber nicht die einzige gute Möglichkeit. In Vietnam wird das Gericht flexibel an Saison, Region und Familienrezept angepasst. Diese Varianten funktionieren auch zu Hause zuverlässig.

Mit Huhn

Hähnchenschenkel ohne Knochen bleiben saftiger als Brustfleisch und geben der Brühe mehr Geschmack. Das Fleisch in dünne Streifen schneiden und ähnlich wie Schweinefleisch kurz im Wok anbraten. Diese Version ist milder und eignet sich gut, wenn Garnelen nicht gewünscht sind.

Vegetarisch oder vegan

Für eine fleischlose Schüssel passen gebratener Tofu, Pilze und Pak Choi. Fischsauce wird durch helle Sojasauce und einen kleinen Schuss Pilz- oder Erbsensauce ersetzt. Besonders wichtig sind hier geröstete Erdnüsse und frische Kräuter, weil sie fehlende Röstaromen und Tiefe ausgleichen.

Lesen Sie auch: Chow mein aus dem Wok - so bleiben die Nudeln bissfest

Mit Fisch oder zusätzlichen Eiern

Fester weißer Fisch wie Kabeljau oder Zander kann die Garnelen ersetzen. Auch halbierte Wachteleier werden häufig verwendet. Sie machen die Portion reichhaltiger, verändern aber die Grundidee nicht, solange die Brühe sparsam bleibt.

Bei den Nudeln lohnt sich ein wenig Flexibilität. Frische Quảng-Nudeln sind ideal, in Deutschland aber nicht überall erhältlich. Breite Reisbandnudeln sind eine solide Alternative. Sehr dünne Reisnudeln würde ich vermeiden, weil sie die kräftige Brühe nicht ebenso gut aufnehmen und schnell weich werden.

Die häufigsten Fehler bei der Zubereitung

Der größte Fehler ist eine zu große Menge Brühe. Das Gericht wird dann zu einer gewöhnlichen Nudelsuppe und verliert seinen konzentrierten Geschmack. Lieber zunächst weniger angießen und bei Bedarf nachschenken.

Auch eine überladene Gewürzmischung schadet. Ingwer, Zitronengras, Sternanis und Zimt passen hervorragend in andere vietnamesische Suppen, gehören aber nicht zwingend in diese Schüssel. Ich halte die Basis lieber bei Knoblauch, Schalotten, Fischsauce, Pfeffer und Kurkuma.

  • Nudeln zerkocht: Die Garzeit kontrollieren und sie nach dem Abgießen sofort lockern.
  • Brühe zu dünn: Fleisch und Gewürze kurz anrösten und die Flüssigkeit einige Minuten einkochen lassen.
  • Garnelen trocken: Erst am Ende zugeben und nur bis zum Farbwechsel garen.
  • Zu wenig Frische: Kräuter, Limette und rohe oder kurz blanchierte Sprossen nicht weglassen.
  • Zu viel Kurkuma: Für zwei Portionen reicht meist ein Teelöffel. Mehr macht die Brühe schnell bitter.

Ein weiterer Punkt wird oft unterschätzt. Die Brühe darf vor dem Servieren ruhig etwas kräftiger schmecken, als man zunächst angenehm findet. Sobald Nudeln, Kräuter, Limette und Erdnüsse dazukommen, verteilt sich die Würze deutlich besser.

So wird aus dem Rezept eine stimmige Mahlzeit

Das Gericht ist durch Nudeln, Fleisch oder Tofu und Erdnüsse bereits sättigend. Ich serviere dazu keinen schweren Salat, sondern höchstens zusätzliche Gurkenscheiben, Bohnensprossen oder etwas fein geschnittene Banane-Blüte. Eine kleine Schale Limettenspalten und frische Chili gehört für mich direkt auf den Tisch.

Für Gäste kann man die Bestandteile getrennt anrichten. Jeder nimmt sich Nudeln, Belag, Kräuter und Knusperzutaten nach Geschmack. Das ist nicht nur praktisch, sondern bringt auch die typische lebendige Textur besser zur Geltung als eine fertig vermischte Portion.

Reste lassen sich aufbewahren, aber Nudeln und Brühe sollten getrennt in den Kühlschrank. Innerhalb von zwei Tagen schmeckt das Gericht am besten. Beim Aufwärmen die Brühe nur erhitzen und die Nudeln kurz in heißem Wasser lockern, sonst werden sie klebrig.

Die beste Annäherung an Zentralvietnam aus der heimischen Küche

Eine perfekte Kopie einer Schüssel aus Hội An hängt von frischen Nudeln, regionalen Kräutern und Zutaten ab, die in Deutschland nicht immer verfügbar sind. Das ist kein Grund, auf das Gericht zu verzichten. Entscheidend bleiben wenig, aber intensive Brühe, breite Reisnudeln, frische Kräuter und ein klarer Kontrast aus weich und knusprig.

Wer diese Balance trifft, erhält kein beliebiges Nudelgericht mit Kurkuma, sondern eine charaktervolle Spezialität aus Zentralvietnam. Gerade die reduzierte Brühe macht den Unterschied und zeigt, warum dieses Rezept im Wok ebenso gut funktioniert wie in einer traditionellen Garküche.

Häufig gestellte Fragen

Pro Portion reichen etwa 100 bis 150 Milliliter konzentrierte Brühe. Sie soll die Nudeln überziehen, aber nicht vollständig bedecken, damit das Gericht seinen typischen Charakter behält.

Breite Reisbandnudeln mit etwa 5 bis 10 Millimetern Breite sind eine gute Alternative. Sehr dünne Reisnudeln eignen sich weniger, weil sie die kräftige Brühe schlechter aufnehmen und schnell weich werden.

Die Garnelen kommen erst in den letzten drei bis vier Minuten in die Brühe. Sobald sie rosa und gerade fest sind, sollte der Wok vom Herd genommen werden, da sie sonst trocken werden.

Gebratener Tofu, Pilze und Pak Choi ersetzen Fleisch und Garnelen. Fischsauce lässt sich durch helle Sojasauce sowie einen kleinen Schuss Pilz- oder Erbsensauce ersetzen. Geröstete Erdnüsse und frische Kräuter sorgen weiterhin für Tiefe und Frische.

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Autor Liesel Schilling
Liesel Schilling
Ich bin Liesel Schilling und seit 8 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der faszinierenden Welt der asiatischen Küche, insbesondere mit dem Wok. Meine Reise in dieses kulinarische Universum begann aus einer tiefen Neugier für die Aromen und die Vielfalt, die diese Zubereitungsart bietet. Auf hotwok-wr.de teile ich meine Erfahrungen, gebe Einblicke in authentische Rezepte und zeige, wie man mit dem Wok zu Hause genussvolle Gerichte zaubert. Dabei lege ich Wert darauf, die oft komplexen Techniken und Zutaten verständlich zu erklären und stets auf aktuelle Trends und bewährte Methoden zurückzugreifen, um Ihnen fundierte und praxiserprobte Informationen zu liefern. Mein Ziel ist es, Ihnen mit nützlichem, genauem und leicht nachvollziehbarem Wissen die Freude am Kochen mit dem Wok näherzubringen.

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