Eine gute Schüssel Lo Mein steht und fällt mit der Nudel: Sie soll weich, elastisch und trotzdem bissfest sein und die würzige Sauce aufnehmen, ohne matschig zu werden. Hier zeige ich, welche Nudeln sich eignen, worin der Unterschied zu Chow Mein liegt und wie du sie in der heimischen Küche richtig vorbereitest.
Die richtige Nudel macht den größten Unterschied
- Frische chinesische Eiernudeln kommen dem klassischen Ergebnis am nächsten.
- 180 bis 200 g getrocknete Nudeln reichen meist für zwei großzügige Portionen.
- Die Nudeln sollten etwa eine Minute kürzer als auf der Packung angegeben garen.
- Weizennudeln eignen sich besser als Reis- oder Glasnudeln, wenn der typische Biss gefragt ist.
- Bei hoher Hitze brauchen Gemüse, Protein, Nudeln und Sauce nur wenige Minuten.

Welche Nudeln für Lo Mein wirklich passen
Traditionell verwendet man für Lo Mein meist frische chinesische Weizennudeln mit Ei. Sie sind gelblich, etwas dicker als viele Ramen-Nudeln und haben eine angenehm federnde Struktur. Genau diese Elastizität sorgt dafür, dass die Nudeln beim Mischen mit Sauce und Gemüse nicht zerfallen.
Im Asia-Laden findest du sie unter Bezeichnungen wie „Lo Mein Noodles“, „Chinese Egg Noodles“, „Hokkien Noodles“ oder einfach „Eiernudeln“. Die Namen sind nicht immer einheitlich. Ich achte deshalb weniger auf die Aufschrift als auf die Konsistenz: mittelstarke, frische Weizennudeln sind für dieses Gericht meist die sicherste Wahl.
| Nudelart | Ergebnis | Meine Einschätzung |
|---|---|---|
| Frische Eiernudeln | Elastisch, weich und aromatisch | Beste Wahl für ein klassisches Ergebnis |
| Getrocknete chinesische Weizennudeln | Etwas fester und trockener | Praktisch und gut lagerfähig |
| Instant-Mie-Nudeln ohne Würzbeutel | Weich, teilweise etwas brüchig | Guter Notbehelf für schnelle Pfannengerichte |
| Reisnudeln | Leichter, glatter und weniger elastisch | Leckere Variante, aber nicht der typische Lo-Mein-Biss |
| Glasnudeln | Sehr glatt und durchsichtig | Für andere Wokgerichte besser geeignet |
Spaghetti funktionieren im Notfall, besonders dünne Sorten. Sie liefern aber nicht dieselbe leicht alkalische Note und den typischen Biss. Für mich sind sie deshalb eine praktische Küchenlösung, keine echte Gleichwertigkeit.
Frisch oder getrocknet macht einen Unterschied
Frische Nudeln müssen meistens nur kurz in kochendes Wasser oder werden direkt nach Packungsangabe blanchiert. Je nach Produkt reichen oft 1 bis 3 Minuten. Danach gieße ich sie ab, schrecke sie kurz kalt ab und vermenge sie mit einem kleinen Tropfen neutralem Öl, damit sie bis zum Einsatz nicht zusammenkleben.
Getrocknete Nudeln brauchen meist 4 bis 7 Minuten. Entscheidend ist, dass sie nicht vollständig weich gekocht werden. Im Wok garen sie durch die Sauce und die Resthitze noch nach. Wer sie bereits im Topf zu weich kocht, bekommt am Ende schnell eine klebrige Nudelmasse.
So erkennst du den richtigen Garpunkt
Die Nudel sollte durchgehend weich, in der Mitte aber noch leicht fest sein. Beim Probieren darf sie nicht hart knirschen, sollte jedoch deutlich Widerstand bieten. Ein guter Test ist, eine Nudel anzuheben: Sie soll biegsam sein, aber nicht reißen.
Nach dem Abgießen spüle ich Weizennudeln kurz mit kaltem Wasser ab. Das stoppt den Garprozess und entfernt überschüssige Stärke. Bei sehr hochwertigen frischen Nudeln genügt oft ein kurzes Abtropfen, da zu langes Spülen Geschmack und Temperatur nimmt.
Lo Mein und Chow Mein sind nicht dasselbe
Die beiden Gerichte werden häufig verwechselt, weil beide mit chinesischen Weizennudeln zubereitet werden. Der wichtigste Unterschied liegt in der Art der Weiterverarbeitung. Bei Lo Mein werden die Nudeln gekocht oder blanchiert und anschließend mit den übrigen Zutaten und der Sauce vermischt.
Bei Chow Mein werden die Nudeln stärker in der Pfanne gebraten. Dadurch können sie trockener, röstaromatischer oder an einzelnen Stellen sogar knusprig werden. Lo Mein bleibt dagegen typischerweise weich, saftig und stärker von der Sauce geprägt.
| Merkmal | Lo Mein | Chow Mein |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Gekocht oder blanchiert | Gebraten oder kräftiger angeröstet |
| Textur | Weich und elastisch | Trockener, teilweise knusprig |
| Rolle der Sauce | Deutlich im Mittelpunkt | Oft zurückhaltender |
| Typische Zubereitung | Alles wird am Ende vermengt | Nudeln werden stärker mitgebraten |
Die Begriffe werden außerhalb Chinas allerdings nicht überall gleich verwendet. Auf Speisekarten und in Supermärkten können sich regionale Bezeichnungen überschneiden. Für die heimische Zubereitung ist die Textur deshalb verlässlicher als der Name auf der Packung.
So bereitest du die Nudeln im Wok richtig zu
Für zwei Portionen plane ich ungefähr 250 g frische oder 180 bis 200 g getrocknete Nudeln ein. Dazu passen etwa 250 g Hähnchen, Tofu oder Garnelen und 300 bis 400 g Gemüse. Besonders gut funktionieren Pak Choi, Karotten, Paprika, Frühlingszwiebeln, Pilze und fein geschnittener Weißkohl.
- Die Nudeln knapp bissfest garen, abgießen und kurz abkühlen lassen.
- Für die Sauce 3 EL helle Sojasauce, 1 EL Austernsauce, 1 TL Sesamöl, 1 TL Zucker und 2 EL Wasser verrühren.
- Das Protein im sehr heißen Wok mit 1 EL Öl anbraten und herausnehmen.
- Das Gemüse 2 bis 4 Minuten braten, sodass es Farbe bekommt, aber knackig bleibt.
- Nudeln, Protein und Sauce dazugeben und alles 1 bis 2 Minuten kräftig schwenken.
- Mit Frühlingszwiebeln, Chiliöl oder geröstetem Sesam servieren.
Ich gebe die Sauce lieber nach und nach dazu, statt die Nudeln darin zu ertränken. Zu viel Flüssigkeit kühlt den Wok ab und macht die Nudeln weich. Eine dunkle Sojasauce kann für Farbe sorgen, sollte aber sparsam eingesetzt werden, weil sie deutlich kräftiger und salziger ist.
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Warum ein Wok nicht zwingend nötig ist
Ein Wok ist praktisch, weil seine hohen Seiten schnelles Schwenken erlauben. Eine große beschichtete oder gusseiserne Pfanne funktioniert aber ebenfalls. Wichtig ist vor allem, nicht zu viele Zutaten auf einmal hineinzulegen. Bei vier Portionen brate ich lieber in zwei Durchgängen, damit das Gemüse röstet und nicht im eigenen Wasser dämpft.
Typische Fehler bei der Zubereitung
Der häufigste Fehler ist, die Nudeln zu lange zu kochen. Sie wirken im Topf vielleicht noch perfekt, zerfallen aber später beim Wenden. Halte dich deshalb an die Packungszeit, ziehe bei frischen Produkten ungefähr eine Minute ab und taste dich bei der ersten Zubereitung vorsichtig heran.
Auch kaltes Gemüse direkt aus dem Kühlschrank kann den Wok stark abkühlen. Ich lasse geschnittene Zutaten kurz bei Raumtemperatur stehen und tupfe feuchte Pilze oder Tofu vorher trocken. So entsteht mehr Röstaroma und die Sauce haftet besser an den Nudeln.
- Zu weiche Nudeln entstehen durch langes Vorkochen oder langes Nachbraten.
- Verklebte Nudeln lassen sich durch kurzes Abspülen und etwas Öl vermeiden.
- Fade Nudeln brauchen nicht automatisch mehr Sojasauce, sondern oft Säure, Chili, Knoblauch oder Ingwer.
- Wässriges Gemüse kommt meist von zu niedriger Hitze oder einer überfüllten Pfanne.
Bei der Würzung empfehle ich Zurückhaltung am Anfang. Sojasauce, Austernsauce und eventuell Brühe bringen bereits viel Salz mit. Ein Spritzer Reisessig oder ein paar Tropfen Limettensaft am Ende können die Aromen besser ausbalancieren als eine zusätzliche Prise Salz.
Die beste Wahl für deine Küche
Wenn du das Gericht möglichst authentisch und unkompliziert zubereiten möchtest, nimm frische chinesische Eiernudeln aus dem Asia-Laden. Für den Vorrat sind getrocknete Weizennudeln ideal. Sie liefern zwar eine etwas festere Textur, funktionieren aber zuverlässig und sind in deutschen Supermärkten leichter zu finden.
Reisnudeln und Glasnudeln sind nicht falsch, wenn du eine leichtere oder glutenfreie Variante kochen möchtest. Sie verändern jedoch die gesamte Struktur des Gerichts. Bei glutenfreier Ernährung solltest du außerdem die Sauce prüfen, denn gewöhnliche Sojasauce enthält meist Weizen.
Am Ende zählt weniger die perfekte Bezeichnung auf der Verpackung als eine saubere Vorbereitung. Bissfeste Weizennudeln, hohe Hitze und eine sparsam dosierte Sauce bringen dich näher an ein überzeugendes Ergebnis als eine lange Zutatenliste.
Übrig gebliebene Nudeln kannst du gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 1 bis 2 Tagen in einer heißen Pfanne erwärmen. Gib dabei 1 bis 2 EL Wasser hinzu, damit die Sauce wieder geschmeidig wird, und erhitze das Gericht vollständig, statt es nur lauwarm zu machen.
