Kimchi selber machen mit Chinakohl und Gochugaru

Natalia Heuer 6. Mai 2026
Frisch zubereitetes Kimchi, ein köstliches Rezept, serviert auf einem weißen Teller mit karamellisierten Karottenstreifen und Chinakohl.

Inhaltsverzeichnis

Kimchi gelingt auch in der heimischen Küche, wenn man ein paar einfache Regeln beachtet. Ich zeige dir ein zuverlässiges Kimchi-Rezept mit Chinakohl, Gochugaru und einer kurzen Fermentation, dazu passende Mengen, vegane Alternativen, typische Fehler und Ideen, wie du das fertige Gemüse als Vorspeise oder Streetfood servierst.

Die wichtigsten Schritte für aromatisches Kimchi

  • 1 kg Chinakohl ergibt etwa zwei mittelgroße Gläser.
  • Das Gemüse wird mit 2,5 bis 3 Prozent Salz entwässert.
  • Gochugaru sorgt für die typische fruchtige Schärfe.
  • Bei 18 bis 22 °C fermentiert Kimchi meist 1 bis 3 Tage.
  • Im Kühlschrank wird die Fermentation deutlich langsamer.

Zwei Schalen mit würzigem Kimchi, bereit für ein köstliches Kimchi-Rezept. Stäbchen liegen daneben.

Diese Zutaten brauchst du für zwei Gläser

Für mein Grundrezept verwende ich Chinakohl, weil er saftig bleibt und die Würzpaste gut aufnimmt. Das Rezept ergibt ungefähr 1,2 bis 1,5 kg Kimchi, je nachdem, wie viel Wasser der Kohl beim Salzen verliert.

Zutat Menge Hinweis
Chinakohl 1 kg in mundgerechten Stücken
Salz 30 g möglichst ohne Jod und Rieselhilfen
Karotten 1 bis 2 Stück in feinen Streifen
Frühlingszwiebeln 4 Stück in 3 bis 4 cm langen Stücken
Knoblauch 4 Zehen fein gerieben oder püriert
Ingwer 20 g frisch gerieben
Zwiebel 1/2 Stück für mehr Tiefe
Gochugaru 40 bis 60 g je nach gewünschter Schärfe
Fischsauce 2 EL für die klassische Variante
Reismehl 1 EL für die Bindung der Paste
Wasser 150 ml für den Reismehlbrei
Zucker 1 TL rundet die Schärfe ab

Gochugaru ist koreanisches Chilipulver beziehungsweise sind koreanische Chiliflocken. Es schmeckt meist fruchtiger und weniger aggressiv scharf als viele italienische oder indische Chilis. Ich würde es nicht vollständig durch Cayennepfeffer ersetzen, weil das Kimchi dadurch schnell eindimensional scharf wird.

Für eine vegane Version lasse ich die Fischsauce weg und rühre stattdessen 2 EL helle Sojasauce und 1 TL helle Misopaste in die Würzpaste. Wer keinen Rettich bekommt, kann zusätzlich 150 g Kohlrabi oder weißen Rettich verwenden. Das verändert den Stil leicht, funktioniert geschmacklich aber sehr gut.

Den Chinakohl richtig salzen

Entferne welke Außenblätter und halbiere den Chinakohl. Schneide den Strunk heraus und teile die Blätter in etwa 4 bis 5 cm große Stücke. Vermische sie gründlich mit dem Salz und lasse sie 60 bis 90 Minuten stehen, dabei wendest du den Kohl zwei- oder dreimal.

Der Kohl ist bereit, wenn sich ein Blatt leicht biegen lässt und deutlich weicher geworden ist. Er soll nicht matschig sein. Das Salz zieht Wasser aus den Zellen und schafft gleichzeitig Bedingungen, unter denen die gewünschten Milchsäurebakterien gegenüber vielen unerwünschten Keimen im Vorteil sind.

Spüle den Kohl danach unter kaltem Wasser ab und lasse ihn sehr gut abtropfen. Ich drücke ihn nur vorsichtig aus, denn zu starkes Auspressen macht das Kimchi trocken. Ein wenig Restfeuchtigkeit ist wichtig, damit später genug Flüssigkeit im Glas entsteht.

Die Würzpaste anrühren und alles vermengen

Reismehlbrei kochen

Verrühre das Reismehl mit dem Wasser in einem kleinen Topf. Erhitze die Mischung unter ständigem Rühren, bis ein dünner Brei entsteht. Nach etwa 2 bis 3 Minuten nimmst du ihn vom Herd und lässt ihn vollständig abkühlen.

Der Brei ist kein Muss, aber er verbindet die Gewürze und haftet gut an den Kohlblättern. Wenn es schnell gehen soll, kannst du ihn weglassen und stattdessen 1 bis 2 EL geriebenen Apfel verwenden. Das ergibt eine etwas leichtere, frischere Paste.

Paste herstellen

Püriere Zwiebel, Knoblauch und Ingwer mit dem abgekühlten Reismehlbrei. Rühre anschließend Gochugaru, Fischsauce und Zucker unter. Die Paste sollte kräftig, salzig und leicht süß schmecken, bevor sie auf den Kohl kommt.

Gib Chinakohl, Karotten und Frühlingszwiebeln in eine große Schüssel. Ziehe am besten Küchenhandschuhe an und massiere die Paste gründlich in das Gemüse ein. Entscheidend ist, dass jedes Blatt bedeckt ist. Ich probiere an dieser Stelle immer ein Stück und korrigiere nur vorsichtig, denn die Schärfe wirkt nach der Fermentation runder, während Salz und Fischsauce stärker hervortreten können.

Kimchi sicher fermentieren

Fülle das gewürzte Gemüse in zwei saubere Gläser und drücke es mit einem Stampfer oder einem sauberen Löffel fest nach unten. Es sollten möglichst wenige Lufttaschen bleiben. Lass oben 2 bis 3 cm Platz, weil sich während der Gärung Flüssigkeit und Gas bilden können.

Die Flüssigkeit muss das Gemüse möglichst bedecken. Falls einzelne Stücke oben schwimmen, drücke sie mehrmals täglich unter die Lake. Verschließe die Gläser nicht übermäßig fest oder verwende einen Fermentierdeckel, damit entstehendes Kohlendioxid entweichen kann.

Temperatur Dauer Ergebnis
18 bis 22 °C 1 bis 3 Tage mild säuerlich und knackig
18 bis 22 °C 4 bis 7 Tage deutlich säuerlicher und weicher
Kühlschrank ab dem gewünschten Geschmack langsame Weiterentwicklung

Einmal täglich kannst du das Glas vorsichtig öffnen, damit Gas entweicht. Kleine Bläschen und ein säuerlicher, würziger Geruch sind normal. Wenn das Kimchi deinen Geschmack erreicht hat, kommt es in den Kühlschrank. Dort hält es sich in guter Qualität meist mehrere Wochen bis einige Monate, wobei es zunehmend saurer und weicher wird.

Bei sichtbarem pelzigem Schimmel, fauligem Geruch oder ungewöhnlich schleimiger Konsistenz solltest du das gesamte Glas entsorgen. Saubere Hände, saubere Gläser und vollständig bedecktes Gemüse sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine kontrollierte Fermentation.

Die besten Varianten für Schärfe und Ernährungsstil

Die Menge an Gochugaru lässt sich problemlos anpassen. Für eine milde Version reichen 20 bis 30 g, während 60 g bereits deutlich feurig schmecken. Ich würde die Schärfe nicht mit beliebigen Chiliflocken erhöhen, sondern lieber einen Teil mildes Paprikapulver oder mildes Gochugaru verwenden.

Veganes Kimchi

Für veganes Kimchi ersetzt du die Fischsauce durch Sojasauce, Misopaste oder einen kleinen Schuss Tamari. Kontrolliere danach den Salzgehalt, denn Sojasauce bringt bereits viel Würze mit. Fermentierte Zutaten wie Miso geben der Paste eine herzhafte Tiefe, die sonst oft durch Fischsauce entsteht.

Schnelle Variante ohne Fermentation

Du kannst das Gemüse direkt nach dem Vermengen essen. Dann schmeckt es frischer, knackiger und weniger säuerlich. Diese schnelle Version ist ideal als Beilage zu einem Wok-Gericht, ersetzt aber kein vollständig fermentiertes Kimchi, wenn du den typischen komplexen Geschmack möchtest.

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Andere Gemüsesorten

Aus Gurken, Rettich, Frühlingszwiebeln oder Pak Choi entstehen eigene Kimchi-Arten. Gurken-Kimchi bleibt besonders knackig, während Rettich-Kimchi kräftiger und saftiger wird. Für den Einstieg halte ich Chinakohl trotzdem für die beste Wahl, weil er Fehler beim Salzen und Mischen besser verzeiht.

Kimchi als Vorspeise und Streetfood servieren

In Korea wird Kimchi häufig als Banchan, also als kleine Beilage, serviert. Eine Portion von 50 bis 80 g reicht neben Reis, Tofu, gebratenem Fleisch oder einem Wok-Gericht völlig aus. Vor dem Servieren lasse ich es kurz abtropfen, damit die Würzpaste nicht den ganzen Teller flutet.

  • Als Vorspeise mit geröstetem Sesam und Frühlingszwiebeln
  • Auf einem knusprigen Kimchi-Pancake mit Sojasauce
  • In gebratenem Reis oder gebratenen Udon-Nudeln
  • Im Burger, Sandwich oder koreanischen Toast
  • Zu Tofu, gegrilltem Fleisch oder Pilzen
  • Als würzige Einlage in einer Suppe oder einem Eintopf

Für Streetfood-Gerichte verwende ich am liebsten älteres, säuerlicheres Kimchi. Beim Braten verliert es etwas Schärfe und entwickelt ein tieferes Aroma. Frisches Kimchi passt dagegen besser als knackiger Kontrast zu frittierten Speisen und milden Reisgerichten.

Ein einfacher Einstieg ist Kimchi-Reis aus dem Wok. Brate 150 g gut abgetropftes Kimchi mit etwas Öl an, gib 300 g gekochten Reis dazu und würze mit Sojasauce. Ein Spiegelei, Sesam und Frühlingszwiebeln machen daraus in etwa 15 Minuten eine vollständige Mahlzeit.

Diese Fehler machen selbstgemachtes Kimchi unnötig schwierig

Der häufigste Fehler ist zu wenig Salz beim ersten Schritt. Dann bleibt der Kohl hart und die Würzpaste haftet schlecht. Ebenso problematisch ist zu langes Spülen, weil dabei nicht nur überschüssiges Salz, sondern auch ein Teil der später benötigten Würze verloren geht.

  • Zu viel Flüssigkeit: Der Kohl wurde nicht lange genug abgetropft oder zu stark gewaschen.
  • Zu wenig Flüssigkeit: Das Gemüse wurde nicht fest genug ins Glas gedrückt.
  • Zu scharf: Beim nächsten Ansatz weniger Gochugaru verwenden und nicht mit Cayenne nachwürzen.
  • Zu salzig: Mehr Gemüse ungewürzt unterheben oder das Kimchi später mit Reis und Tofu kombinieren.
  • Keine Säure: Das Glas braucht mehr Zeit bei Raumtemperatur oder stand zu kühl.
  • Weicher Kohl: Das Kimchi wurde zu lange warm gelagert oder nicht ausreichend unter der Lake gehalten.

Auch ein zu großes Glas ist unpraktisch, weil viel Luft über dem Gemüse bleibt. Zwei kleinere Gläser lassen sich besser füllen und portionsweise öffnen. Für den ersten Versuch würde ich außerdem nicht sofort die doppelte Menge herstellen, sondern zunächst beobachten, wie schnell dein Raum fermentiert.

Vom ersten Glas zum persönlichen Kimchi-Rezept

Ein gutes Grundrezept gibt die Richtung vor, aber der perfekte Geschmack hängt von Temperatur, Kohl, Salz und Fermentationsdauer ab. Ich empfehle, auf dem Glas das Abfülldatum zu notieren und ab dem zweiten Tag täglich zu probieren. So findest du schnell heraus, ob du dein Kimchi lieber jung und knackig oder kräftig sauer magst.

Für eine Vorspeise reicht das frische Kimchi direkt aus dem Glas. Wenn du dagegen Wok-Reis, Pancakes oder einen würzigen Eintopf planst, lohnt sich eine längere Reifezeit. Das wichtigste Werkzeug ist dabei nicht ein besonderes Gerät, sondern Geduld und ein sauberer, gut gefüllter Ansatz.

Häufig gestellte Fragen

Für 1 kg Chinakohl brauchst du 30 g Salz, also etwa 2,5 bis 3 Prozent. Lass den Kohl 60 bis 90 Minuten stehen und wende ihn dabei mehrmals, bis die Blätter weich und biegsam sind.

Bei 18 bis 22 °C fermentiert Kimchi meist 1 bis 3 Tage mild und knackig. Nach 4 bis 7 Tagen wird es deutlich säuerlicher und weicher. Sobald der Geschmack passt, stellst du die Gläser in den Kühlschrank.

Ersetze die 2 EL Fischsauce durch 2 EL helle Sojasauce und 1 TL helle Misopaste oder durch einen kleinen Schuss Tamari. Kontrolliere anschließend den Salzgehalt, da Sojasauce bereits viel Würze mitbringt.

Kleine Bläschen und ein säuerlich-würziger Geruch sind bei der Fermentation normal. Bei pelzigem Schimmel, fauligem Geruch oder ungewöhnlich schleimiger Konsistenz solltest du das gesamte Glas entsorgen.

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Autor Natalia Heuer
Natalia Heuer
Ich bin Natalia Heuer und meine Leidenschaft für die asiatische Küche, insbesondere für das Kochen mit dem Wok, begleitet mich nun seit 3 Jahren. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit den vielfältigen Aromen, Techniken und den kleinen Geheimnissen beschäftigt, die ein Gericht aus dem Wok so besonders machen. Auf hotwok-wr.de teile ich meine Entdeckungen, von einfachen, alltagstauglichen Rezepten bis hin zu tiefergehenden Einblicken in die Zubereitung und die Freude am Genuss. Dabei lege ich Wert darauf, dass meine Anleitungen klar und verständlich sind, damit jeder die faszinierende Welt der asiatischen Wok-Küche für sich entdecken kann.

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